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LEH-Vereinigung vergibt Hellmut-Becker-Preis

 

Mit der Schule Schloss Salem und der Ecole d’Humanité erhalten im Jahr 2009 erstmals gleich zwei LEH-Internate den mit 3.000 Euro dotierten Hellmut-Becker-Preis der „Vereinigung deutscher Landerziehungsheime e.V.“ (LEH-Vereinigung). Aus dem Hellmut-Becker-Fond werden Projekte ausgezeichnet und gefördert, die im Sinne einer Weiterentwicklung und Akzentuierung der Pädagogik der Landerziehungsheime Zeichen setzen und damit auch andere Landerziehungsheime anregen können. Es sollte sich um ungewöhnliche und in der Regel zukunftsweisende Vorhaben handeln. Deshalb ist mit dem Förderpreis für den Empfänger die Auflage verbunden, das Projekt in geeigneter Form zu dokumentieren.

Die Schule Schloss Salem erhält den Preis für das Unterrichtsprojekt „Meinen eigenen Weg finden – neue Wege in der Berufsberatung“. Die Schülerinnen und Schüler werden bereits ab der 8. Klasse stufenweise an die Arbeitswelt herangeführt, um ihnen die Orientierung auf der Suche nach dem Berufsweg zu erleichtern. Über drei Jahre (in den Klassen 8, 9 und 10) werden Hilfestellungen für die Karriereplanung und Berufswahl ins Schulcurriculum und die außerunterrichtlichen Aktivitäten eingebettet und von Lehrern und externen Experten begleitet. Dabei reicht der Bogen von den Innungen (handwerkliche Kurse außerhalb des Unterrichts) und dem Kennenlernen der Schule als Unternehmen (Klasse 8) über Assessmentcenter und Betriebserkundungen (Klasse 9) bis hin zu Betriebspraktika (Klasse 10). Ab der Klasse 11 setzt dann die nationale und internationale Studien- und Berufsberatung im Internat an. Gerade Internatsschüler neigen eher dazu, Selbstverantwortung für die berufliche Zukunft auf die Zeit kurz vor dem Abitur zu verschieben. Um gewisse fachliche und außerakademische Fähigkeiten zu erlernen, braucht es aber Zeit und eine langfristigere Planung.

Die Ecole d’Humanité wurde ausgezeichnet für „,Ecole-Logisch‘: Klimaschutz und die Ecole d’Humanité“. Hauptziel dieses Projekts ist die Verringerung der CO2-Emissionen an dem Schweizer Landerziehungsheim. Nach einem ersten Ausbau mit vier Solaranlagen für die Heißwasseraufbereitung und einer Photovoltaikanlage plant die Ecole weitere Klimaschutz-Maßnahmen. Das Projekt arbeitet auf vier verschiedenen Ebenen, um einen ganzheitlichen Bildungs- und Umsetzungsprozess in Gang zu setzen: 1. Verringerung des CO2-Ausstoßes, 2. Lenken der Aufmerksamkeit auf ökologisches und nachhaltiges Handeln, 3. Projektmanagement in Theorie und Praxis und 4. Einbeziehung der politischen Gemeinde in bereits bestehende Maßnahmen und Projekte. Bei diesem Projekt handelt es sich um wesentlich mehr als um energetische Maßnahmen für eine Internatsschule, die unter Mitbeteiligung der Schülerinnen und Schüler ablaufen soll. Hier geht es auch um einen gemeinsamen visionären Prozess für den nachhaltigen und verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen dieser Erde.

Der Namensgeber des Preises, Hellmut Becker (1913 – 1993), war lange Jahre der LEH-Vereinigung – nicht zuletzt als deren Vorsitzender – verbunden. Der Sohn des preußischen Kultusministers Carl Heinrich Becker arbeitete als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt in der Rechtsberatung für Bildungs- und Forschungsinstitutionen. Ab 1956 war er Präsident des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV), 1962 wurde er als Mitbegründer des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin dessen erster Direktor, zugleich Honorarprofessor für Soziologie des Bildungswesens an der Freien Universität. Zugleich war er Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates und nach dem Ausscheiden als Präsident des DVV im Jahre 1974 Vorsitzender des Kuratoriums der Pädagogischen Arbeitsstelle des DVV. Bis über das 70. Lebensjahr hinaus war Becker weiterhin in zahlreichen Beratungsgremien wissenschaftlicher und kultureller Institutionen tätig, so z.B. für das Goethe-Institut, verschiedene Stiftungen oder das International Institute for Educational Planning der UNESCO in Paris. Hellmut Becker sorgte dafür, dass Erwachsenenbildung zu einem Thema der öffentlichen Diskussion geworden ist. Durch seine Mitwirkung im Bildungsrat trug er entscheidend dazu bei, dass in dessen „Strukturplan“ Weiterbildung als gleichberechtigter Bildungsbereich anerkannt wurde und war stets darauf bedacht, die Erwachsenenbildung in der Bundesrepublik