Aktuelles: Artikel

Schule Schloss Salem gestaltet G8 für Unterstufenschüler stressfrei

 

Am einzigen Unterstufeninternat in Deutschland, Burg Hohenfels, gelingt die Umstellung vom 9-jährigen aufs 8-jährige Gymnasium, die gerade jüngere Schüler oftmals zu überfordern droht, offenbar stressfrei. Neben den für Internate typischen kleinen Klassen mit 14-19 Kindern begegnet man dem höheren Vermittlungsdruck mit neuen pädagogischen Konzepten. Grundsätzlich werden alle Fächer nur in Doppelstunden unterrichtet. Für jeden Jahrgang wird ein eigenes Lehrerteam gebildet, das den Unterricht gemäß einem eigenen Epochenplan gestaltet. Diese „Epochen“ – bezeichnet werden hiermit die Unterrichtswochen zwischen den Ferien – setzen jeweils eigene Schwerpunkte, fächerübergreifende Projekte in den Geistes- und Naturwissenschaften ergänzen den regulären Unterricht.

Darüber hinaus haben die Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Fach in ihrem Stundenplan: EVA steht für „eigenverantwortliches Arbeiten“. Hier werden auf den ersten Blick banale Dinge gelehrt: Was gehört in mein Federmäppchen? Wie muss ich meinen Schreibtisch einrichten, damit ich arbeiten kann? „Hierüber vermitteln wir ganz grundlegende Kompetenzen der Arbeitsorganisation, die vielen Schülern fehlen, für ihre weitere schulische Entwicklung aber entscheidend sind“, erläutert Internatsleiterin Susanne Halbauer. Auch zwei Stunden „Studium“ gehören zum Stundenplan. Hier belegen die Schülerinnen und Schüler jahrgangsübergreifend ein Wahlpflichtfach. Getreu der reformpädagogischen Devise, jeden individuell zu fordern und fördern, werden im Studium „Knobeln“ beispielsweise Logeleien gelöst oder im Studium „Latein“ Theaterstücke in lateinischer Sprache verfasst, inszeniert und aufgeführt.

Und wo bleibt Zeit für Sport, Musik oder Raum für das Persönliche? Ganz einfach: Die räumliche Verbindung von Schule und Internat schafft kurze Wege. Und allein dies bringt zusätzlichen Freiraum in den Alltag der Hohenfelser. Zudem ist am Hohenfels auch der Samstag ein Schultag. Durch die Verteilung der Unterrichtsstunden auf sechs Wochentage haben nur die 6. und 7. Klasse Nachmittagsunterricht – und das auch nur einmal wöchentlich. „Indem wir das lange Wochenende verkürzen, schaffen wir nicht nur während der Woche Freiraum für außerschulische Aktionen der Kinder, sondern unsere Schüler bleiben kontinuierlich im Lernstoff“, so Susanne Halbauer. Außerdem entfällt im Internat die strikte Trennung zwischen Schule und Freizeit. Viele der Lehrer sind als Mentoren, die eine ca. 12-köpfige Wohngruppe betreuen, auch am Nachmittag und Abend für ihre Schützlinge da. Lehrer sind so vertraute Bezugspersonen des täglichen Umgangs, akademischer Input und eine enge Bindung ergänzen sich gegenseitig.